Besonderheiten von Elder Mediation

Eine besondere Aufgabe der Mediatorin/des Mediators im Fachgebiet Elder Mediation ist es, sicher zu stellen, dass auch Beteiligte mit altersbedingten Einschränkungen die Möglichkeit haben, an der Mediation aktiv teilzunehmen oder durch geeignete Unterstützung befähigt werden ihre Interessen einzubringen.

Dazu sind zwei Grundvoraussetzungen zu beachten: Zunächst müssen alle MediandInnen in der Lage sein, dem Verfahren zu folgen. Das Verfahren muss entsprechend angepasst werden (zum Beispiel durch häufigere Pausen, die Wahl einer angemessenen Sprache oder die Verwendung von Tafeln mit besonders großer Schrift). Sollte der Eindruck entstehen, dass ein Mediand/eine Mediandin dem Verfahren nicht folgen kann, so muss der Mediator/die Mediatorin das Verfahren ändern oder letztlich sogar den Abbruch in Betracht ziehen.

Außerdem achten MediatorInnen besonders darauf, dass Personen mit eingeschränkter Ausdrucksfähigkeit (z.B. durch Demenz im Anfangsstadium, Schlaganfall) ausreichend Raum erhalten, um ihre Interessen darlegen zu können. Möglicherweise kann eine Vertrauensperson gefunden werden, die als Sprecher des Betroffenen auftritt. Falls kein Sprecher gefunden wird oder gewünscht wird, übernimmt die Mediatorin / der Mediator eine Verantwortung für die Rechte dieser Personen, was zu einem Konflikt im Hinblick auf die Allparteilichkeit führen kann. Die Mediatorin /der Mediator sollte sich im Vorfeld der Mediation mit dem Thema Allparteilichkeit und deren Grenzen nochmals gezielt auseinandersetzen. Es erscheint sinnvoll, auftretende (innere) Allparteilichkeits-Konflikte der Mediatorin /des Mediators mit den MediandInnen zu besprechen.

Typisch für Elder Mediation ist, dass häufig mehr als zwei MediandInnen an der Mediation teilnehmen. Es kommen zum Beispiel die Bewohner einer Senioren-WG, fünf Betroffene eines Familiensystems oder ein generationenübergreifendes Team. MediatorInnen sollten deshalb Kenntnisse in Gruppendynamik und -mediation haben.